Heimat unter Strom

Leo Hiemer zeigt mit „Heimat unter Strom“ eine Dokumentation auf der Reise durchs Land. Die Dokumentation über das Allgäu, die Energiewende, über Windmühlen und Windenergie kam am 3. Oktober 2013 in die deutschen Kinos.

Wer das Allgäu kennt, ist begeistert von der einzigartigen Natur. Hohe Berge, grüne Wiesen und wie in Stadtgame jede Menge Tiere, sind zu bewundern. Wer möchte da Riesenwindmühlen im Allgäu betrachten? Geplant sind allerdings 200 Meter hohe Anlagen, die die Energiewende voranbringen sollen. Politiker suchen nach Räume für die Windriesen. Die Investoren lauern auf gute, lukrative Projekte. Im Gegensatz dazu befürchten die Bürger das Schlimmste.

Heimat unter Strom – Besetzung / Darsteller, Regie und Drehorte

Regisseur der Dokumentation „Heimat unter Strom“ über die Energiewende, mit einer Länge von 80 Minuten, ist Leo Hiemer. Das Konzept zum Film stammt auch von ihm selbst. Mithilfe seiner eigenen Produktionsfirma, Leo Hiemer Filmproduktion in Kaufbeuren, erschuf Hiemer die Doku über die Probleme der heutigen Zeit. Alle Dreharbeiten fanden im Allgäu und Berlin statt. Ohne Altersbegrenzung konnte die Premiere am 19. Juni 2014 in Ludwigshafen auf dem Festival des deutschen Films stattfinden.

Die Szenen werden von dem Kamerateam Bahman Kormi, Michael Ruf, Marian Czura, Samira Oberberg und Leo Hiemer, gefilmt. Danach arbeitet Britta Kastern über lange Zeit im Schnitt, um die einwandfrei filmische Darstellung zu sichern.

Dokumentiert wurden die Aufnahmen von dem ruhigen Sprecher Jochen Striebeck. Teilweise kommt die tiefe Stimme direkt aus dem Hintergrund und dringt langsam zum Zuschauer vor. Für den Ton waren David Rädler, Steffen Müller und Britta Kastern zuständig. Die musikalische Untermalung gelang mit der Musik von Matthias A. Preisinger.

Zusammenfassung & Story vom Film „Heimat unter Strom“

Familientechnisch stammt Leo Hiemer aus dem Landkreis Lindau. Der Bauernhof seiner Eltern lag zu den Füßen der Kugel, dem höchsten Berg in Landkreis. Nun sollen oben auf dem Berg drei große Windkraftanlagen gebaut werden. Wahrscheinlich sind die Anlagen von weitem zu sehen, da sie bis 200 Meter hoch sind. Leo Hiemer wurde bekannt 1985 mit dem Kultfilm „Daheim sterben die Leut“. Nach einem Anruf bei seinen Eltern erfährt Leo über die Windkraftanlage. Er selbst steht für eine ökologische Wende ein. Deswegen wandert der Befürworter los und filmt mit der Kamera die neusten Ereignisse im Zusammenhang mit der Sonnen- und Windkraft vor Ort. Entstanden ist ein persönlicher Dokumentarfilm über die konkreten Folgen der heutigen Energiewende.

Alle Menschen diskutieren Energie heute. Es wirkt allerdings, als ob die Energiewende eine merkwürdige Blüte produziert. Einige Menschen wittern eine lukrative Quelle in der regionalen Wertschöpfung und die Anderen sehen Landschaft und Natur in Mitleidenschaft gezogen. Die Zuschauer kennen Leo mit seinem Strohhut auf dem Kopf. Eine Frage steht im Raum: Müssen diese gigantischen Rotoren die gesamte Landschaft im Allgäu verschandeln? Im Anschluss redet er mit Entscheidern und Betroffenen aus der Region, mit Politikern, Sachverständigen, Befürworter und Gegner zur Idee der Windkraft.

Über die Länge von fast 90 Minuten stellt Hiemer unbequeme Frage, deckt Planungsmissstände und Widersprüche auf. Im Fokus der Kamera stehen Politiker wie Angela Merkel oder Horst Seehofer. Beide Interviews sind eher kurz und improvisiert. Dabei zieht der Zuschauer vor allem ein Schluss: Vieles in der Energiewende ist nicht durchdacht. Profitinteressen behindern den unmittelbaren Landschaftsschutz. Dazu kommt, dass Alternativen wie effiziente Nutzung und Stromsparen kaum bedacht werden. Da stellen sich Fragen, wie: Wie ist es möglich, dass der Strom überhaupt gespeichert wird? Kann der Fortschritt in Sachen Energie überhaupt das menschliche Maß einhalten? Oder, ist die Natur im Allgäu überhaupt noch zu retten?

Die Dokumentation ist eine engagierte und heimatverbundene Untersuchung der Wahrheiten in Verbindung mit der Energiewende. Klar ist heute: Zur Atomkraft zurückzugehen, möchte keiner mehr. Doch eine Mitentscheidung von den Anwohnern und Bürgern wäre ratsam. Die Sorgen der Menschen im Allgäu sind groß. Es hängt davon Geld, Natur und damit in Verbindung auch der Tourismus ab. Zusammen würde vielleicht eine Energiewende zustande kommen, ohne die Allgäuer Natur auf Dauer zu verschandeln. Hiemers Doku bezieht zu den aktuellen, politischen Diskussionen Stellung und verschweigt dabei keine Argumente. Es gelingt ihm eine informative, unterhaltsame sowie beeindruckende Dokumentation zu präsentieren.

Kritiken und Fazit zum Film „Heimat unter Strom“

Hiemer gesteht: „Seit es Windkrafträder gibt, habe ich die „Grünen“ gewählt. Ständig war ich für Öko, Friedensbewegungen und gegen die Atomkraft.“ Das Wort Energiewende ist nicht gut gewählt. Aber die Vorgehensweise gefällt vielen Menschen. Aus Biomasse, Sonne und Wind, Strom herzustellen ist eine gute Idee. Allerdings hatte Hiemer sich nie darüber Gedanken gemacht, was der Ausbau für die Natur bedeutet. Diesen Punkt beleuchtet Hiemer in seiner Dokumentation „Heimat unter Strom“ näher.

Im Allgäu existieren bereits rund 60 Windräder. Geplant sind noch wesentlich mehr. Die Monster sollen noch näher an die Alpenkette heranrücken. Und im Laufe der Zeit wurde klar, dass in dem Zusammenhang mehr Hiobsbotschaften existieren als frohe Botschaften. Es wird deutlich, dass trotz vieler Maßnahmen immer noch der Strompreis steigt. Ganze Windparks in der Nordsee gehen nicht ans Netz. Die hochmodernen Gaskraftwerke sind völlig unrentabel. In Wirklichkeit laufen die Kohlekraftwerke noch auf Hochtouren und zerstören weiter das Klima. Gleichzeitig rüsten immer mehr Menschen auf Fotovoltaik und Ähnliches um. Es werden einige Denkansätze gegeben. Der Zuschauer muss selbst die Schlüsse ziehen. Gibt es keine intelligente Lösung in Sachen Energiewende?

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