Man on Wire – Der Drahtseilakt

Man on Wire – Der Drahtseilakt“ ist ein Dokumentarfilm aus dem Jahre 2008. Die Handlung basiert auf das Buch „Über mir der offene Himmel“ von Philippe Petit. Es geht um einen illegalen Hochseillauf, zwischen den Zwillingstürmen, des Philippe Petit im Jahre 1974. Die Pläne reiften bereits in den ersten Kundgebungen des Bauvorhabens 1968. Es war ein Traumtanz in über 400 Meter Höhe des World Trade Centers.

Man on Wire - Der Drahtseilakt [OmU]
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  • Zielgruppen-Bewertung: Freigegeben ab 6 Jahren

Der Titel des Kinofilms stammt aus der Polizeiakte, wo auch die spätere Verhaftung von Petit dokumentiert wurde. Kurz nach der Veröffentlichung gewann der Film einige Auszeichnungen, unter anderem den Oscar 2009 als besten Dokumentarfilm und drei weitere Auszeichnungen.

Man on Wire – Besetzung / Darsteller, Regie und Drehorte

Im deutschen Kino startet der Film „Man on Wire – Der Drahtseilakt“ am 22. Januar 2009. Die Regie führte James Marsh und produzierte in Großbritannien den Dokumentarfilm, ab dem sechsten Lebensjahr. Simon Chinn, Jay Roach, Monica Levinson, Dan Mazer und Jonah Hill waren für die Arbeiten in der Produktion zuständig, es ähnelt dem Stil eines Heist-Movies. Die Geschichte des Spektakels, geschrieben von dem Akteur selbst, wird in über 94 Minuten Filmzeit lebhaft dargestellt. Seine Idee entstand in einem Wartezimmer eines Zahnarztes. Über sechs Jahre sammelte Philippe alle möglichen Informationen über den Bau der Türme. Zu sehen ist auch einiges an Vorbereitungsarbeiten und Interviews der Beteiligten.

Darsteller Philippe Petit ist der Hochseilartist und wurde am 13. August 1949 geboren. Dazu standen Jean-Louis Blondeau, Annie Allix, Jean François Heckel, Jim Moore und Mark Lewis dem Kameramann Igor Martinović vor der Linse. Der Filmverleih „Arsenal Filmverleih“ präsentierte am 21. August 2009 die DVD zum Kinofilm. Die musikalische Untermalung stammt von Josh Ralph (Titelmusik, plus einen weiteren Titel) und Michael Nyman.

Zusammenfassung & Story vom Film „Man on Wire – Der Drahtseilakt“

Petit ist kein professioneller Artist für die Jahrmärkte, aber schon in seiner Kindheit setzte er sich auf das Einrad und jonglierte dabei mit Bällen. Eine Sensation für Einheimische und Touristen in der Fußgängerzone. Sein Charakter ist sehr sympathisch und sein Ziel lag darin einen Hauch von Glück auf die Gesichter der Menschen zu zaubern. Unter Umständen begegnete er den Einheimischen auch unverhofft in der U-Bahn.

Es war also nicht der Seiltanz, der eine Erfüllung seines Lebenstraums darstellte, sondern ein gelebtes Kunstwerk. Den Abgrund des WTCs in einer edlen Körperspannung zu überwinden, sollte den Menschen mit einer gewissen Schönheit gezeigt werden. Die Wirkungsweise lag in einer betörende Schönheit, nicht in einem einsamen Jungenstreich.

Dem Regisseur gelingt es perfekt, dem Zuschauer die momentane Spannung zu zeigen und fühlbar spüren zu lassen. Teilweise fühlt sich der Betrachter in einen Rausch versetzt. Zu sehen ist stellenweise kein Dokumentarfilm, sondern ein Spiel mit einem Coup. Leider existieren nur wenige original Fotos. Dazu tauchen Spielszenen und kleine Erläuterungen der Mitstreiter und dem Akteur selbst auf. Die fast hundert Minuten wirken wie eine Durchführung des Ungeheuerlichen.

An einigen Stellen überschreitet der Film „Man on Wire – Der Drahtseilakt“ die Grenzen eins Dokumentarfilmes und mischt alles mit dramaturgischer Musik und inszenierten Szenen. Jegliche Mühen sind aber äußerst schlüssig und stimmig. Durchweg kommt Humor oder Spannung auf, die einem Krimi ähnelt. Der Betrachter entdeckt sich in der Haltung selbst einen Fuß in schwindelerregende Höhe zu setzen und einen Blick in den Abgrund zu wagen.

Für den Akt wurde, in der Nacht, ein 60 Meter langes Drahtseil in fast 400 Meter Höhe befestigt. Die Arbeiten funktionierten nur, weil sich die Mitwirkenden immer wieder unter falschem Namen als Bautrupp einschlichen. Über viele Stunden verharrten sie versteckt unter Planen, damit dem Vorhaben nichts im Wege stand. Kleine Übungen über den Türmen von Notre Dame setzen die Einleitung zum Ereignis in Szene. Auf der Mitte seines Weges legt er sich schwebend auf das Seil und betrachtet den Himmel.

Die intimen Momente führen zu einer Vervollständigung seines Werkes und am Ende steht seine Verhaftung. Der akrobatische Akt selbst dauert nur in etwa eine Stunde. Trotz allem wirkt er nach seiner Verhaftung total glücklich und zufrieden. Zuschauerinnen warten auf der Wache auf ihn und begrüßen Petit mit Blumen. Letztendlich werden alle Anklagepunkte fallengelassen. Von dem Eigentümer bekam er sogar als Dank eine Dauerkarte für die Aussichtsplattform des World Trade Centers.

Kritiken und Fazit zum Film „Man on Wire – Der Drahtseilakt“

Selbst in Deutschland war Petit und anschließend der Film „Man on Wire – Der Drahtseilakt“ in aller Munde. Am 12. Juni 1994 nutzte er die 1200 Jahresfeier der Stadt Frankfurt am Main, um wieder im Mittelpunkt zu stehen. Auf 70 Meter Höhe wurde ein Seil zwischen dem Dom und der Paulskirche gespannt und er präsentierte eine Pantomime der Geschichte der Stadt. Heute lebt der Drahtseiltänzer in den USA.

„Man on Wire – Der Drahtseilakt“ vereint drei Dinge auf einmal: eine humorvolle und spannende Doku und ein Porträt eines außergewöhnlichen Mannes. Regisseur James Marsh bricht mit den Regeln eines Dokumentarfilms und kreiert eine ganz eigenwillige Weise der Darbietung. Der Pluspunkt der Dokumentation ist Philippe selbst. Seine unendlich große Fähigkeit, die Unfähigkeit und Dramatisierung einer Geschichte in Ruhe zu Ende zu erzählen. Dazu kommt, dass der Film einen Spiegelbild einer längst vergangenen Ära von den Vereinigten Staaten zeigt. Erzählt wird die heutige Situation im gesamten Film nicht, aber es schwingt ständig im Kopf der Zuschauer mit: das abrupte Ende der Twin Towers, durch die Anschläge am 11. September 2001. Darin erfüllt der Film alle Erwartungen, eine Dokumentation von Dingen, die in Vergessenheit geraten.

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