Reine Formsache

Im Film Reine Formsache geht es im Prinzip um drei grundverschiedene Paare, die sich dennoch recht ähnlich sind. Die romantische Komödie überzeugt mit einigen gelungenen Sequenzen und Einstellungen. Regie führte Ralf Huettner, der auch schon den Film Mondscheintarif, nach dem Erfolgsbestseller von Ildiko von Kürthy, drehte.

Reine Formsache
  • independent players (26.02.2014)
  • Prime Video, Freigegeben ab 12 Jahren
  • Laufzeit: 92 Minuten
  • Marc Hosemann, Christiane Paul, Bastian Pastewka, Floriane Daniel
  • Deutsch

Es ist eine klassische Beziehungskomödie mit einem interessanten Ensemble, der jedoch an einigen Stellen der Tiefgang fehlt. So bleibt die Story insgesamt etwas dünn.

Reine Formsache – Besetzung / Darsteller, Regie und Drehorte vom Film

Deutsche Liebesfilme gibt es haufenweise, ob Der große Sat1-Film, Das seltsame Verhalten geschlechtsreifer Großstäder zur Paarungszeit, Keinohrhasen oder Männerherzen und die ganz, ganz große Liebe. „Reine Formsache“ wird durch die Hauptdarsteller Marc Hosemann und Christiane Paul interessant. Marc Hosemann ist der ganz große Durchbruch nicht geglückt. In den letzten Jahren hat man kaum noch etwas von ihm gehört, geschweige denn ihn in Filmrollen gesehen. Christiane Paul, die Medizin studiert hat, Mutter von zwei Kindern ist und schon zahlreiche Filme gedreht hat, macht Reine Formsache erst erträglich.

Die in Ost-Berlin geborene Mimin war schon in vielen Komödien zu sehen und hat sich in letzter Zeit verstärkt auch ernsthaften Rollen verschrieben. Die Situationskomik und Schenkelklopfer werden vom Comedian Bastian Pastewka erzeugt. Oliver Korittke, insgesamt eher ein rüder, rauer und burschikoser Phänotyp, präsentiert auch in diesem Film seine freche Berliner Schnauze. Der in Berlin inszenierte Film, der auch an Schauplätzen in Hamburg und auf Rügen stattfand, präsentiert besonders das coole, hippe und urbane Berlin, trifft jedoch nicht immer den richtigen Ton. An der Kinokasse floppte das Werk im Jahr 2006.

Zusammenfassung & Story vom Film Reine Formsache

Pola hat Bock auf ein geordnetes Leben und sie hat es satt, dass Felix in Kasinos Geld verzockt. Außerdem hat er sie mit Ada (Petra Schmidt-Schaller) betrogen. Pola hat auch schon einen neuen Lover, Hannibal (Robert Schupp), mit dem sie in Paris, der Stadt der Liebe, noch einmal neu anfangen möchte. Nachdem beim Scheidungstermin die Richterin unpässlich ist, sieht Felix seine Chance, doch noch mit Pola zusammenzubleiben. Er quartiert sich kurzerhand bei dem befreundeten Pärchen Gustav und Effi ein. Außerdem baut sein Vater, gespielt von Michael Gwisdek, deutlich ab, so dass er sich auch noch zusätzlich um seinen alten Herrn kümmern muss.

Durch die Affäre mit Ada hat er einiges zu tun und verstrickt sich immer mehr im Liebeswirrwarr. Shakespeare scheint durch im Liebesreigen von drei Paaren. Auch Pola lässt nichts anbrennen und geht mit Wito ins Bett. Nachdem die beiden in Scheidung lebenden Eheleute sich gegenseitig nach Strich und Faden belogen und betrogen haben, finden sie am Ende des Film wie durch ein Wunder doch wieder zusammen. Es gibt ein Happy End; statt sich scheiden zu lassen, raufen sich Felix und Pola doch wieder zusammen. Sie wissen wieder, was sie aneinander haben und schätzen sich mehr als vorher.

Der leicht trottelige und tollpatschige Gustav, der von Felix amourösen Abenteuern animiert, sich selbst beim anderen Geschlecht versucht, indem er einer Angestellten im Lebensmittelgeschäft Avancen macht, ist vom Vorhaben eines Seitensprungs schnell kuriert. Zwar hält er seine Ehe zunächst für dröge und langweilig, doch nach dem Erlebnis mit der anderen Frau, das dann gravierend schief läuft, ist ihm sein Eheleben wieder lieber.

Da Huettner seinen Film relativ ernsthaft angelegt hat, wirken viele Gags nicht, obwohl es sich um eine Screwball-Komödie handelt. Der relativ derbe Humor trifft nicht das Komikzentrum von jedem einzelnen Zuschauer. Mit dem Drehort Berlin ist der Film im Grunde genommen zwar zeitgemäß, doch die Story hat insgesamt einige Schwächen. Die Anonymität der Großstadt wird allerdings hervorragend anhand der Erlebnisse und Dialoge der Protagonisten dargestellt. Die Geschichte wirkt vorhersehbar, aber authentisch. Diese romantic comedy lebt vor allem von einer erfrischenden Erzähltechnik.

Kritiken und Fazit zum Film Reine Formsache

Die Bildsprache im Film „Reine Formsache“ ist gelungen. Der Streifen ist frankophil angehaucht, nicht zuletzt durch die Larmoyanz des Hauptcharakters. Ein scharfer Blick auf die heilige Institution der Ehe wird präsentiert. Die Nebendarsteller sind on point. Allerdings ist die Geschichte auch nicht allzu originell und es fehlt einerseits der Tiefgang, andererseits die sympathische Leichtigkeit, das Märchengefühl von Pretty Woman oder anderen erfolgreichen Liebeskomödien. Nach dem Vorbild des französischen Autorenkinos, was durch den Einsatz von Chansons als Hintergrundmusik noch verstärkt wird, wurden allerlei wichtige und unwichtige Liebesdinge inszeniert. Dank der Ensembleleistung bekannter deutscher Schauspieler ist der Reine Formsache durchaus sehenswert.

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