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Städte für die Zukunft - das World Urban Forum

Die Zahl der Weltbevölkerung hört nicht auf zu wachsen, besonders zieht es die Menschen in die Städte. Dieser Zuwachs der Bevölkerung in den Städten stellt noch die dagewesene Anforderungen an die Infrastruktur. Daher sind zukünftige hohe Investitionssummen in die Infrastruktur unausweichlich. Doch wie soll das genau funktionieren? Eine wichtige Konferenz die Lösungen schaffen soll ist das World Urban Forum.

World Urban Forum

Das World Urban Forum (WUF) bietet eine Plattform für Akteure aus regionalen, lokalen und nationalen Regierungen, sowie Verantwortlichen aus Zivilgesellschaft, Privatsektor und Wissenschaft. Alle genannten haben die Möglichkeit, über die unterschiedlichen Lösungsansätze für eine nachhaltige Stadtentwicklung zu diskutieren, die anstehenden Probleme zu identifizieren und dafür zu sorgen, das erarbeitete Lösungen umgesetzt werden. Dadurch wird der transformative Wandel vorangetrieben.

Schon jetzt wohnen über vier Milliarden Einwohner in Großstädten. Die Hochrechnungen deuten darauf hin, dass diese Zahl in den nächsten zwölf Jahren um 1,5 Milliarden anwachsen wird. So sehen es jedenfalls die Vereinten Nationen. Doch schon in der heutigen Zeit kommen die Städte an die Grenzen. Städte, die heute zu den kleinen beziehungsweise mittelgroßen Städten gehören, die heute circa 5 Millionen Menschen haben, werden wohl den größten Zuwachs erleben. Doch wie können sich die Städte auf einen solchen Zuwachs überhaupt vorbereiten?

Die Soziologin und Expertin Eva Dick ist der Meinung, dass die Städte, Stand heute, diesem Andrang mit Sicherheit nicht gewachsen sind. Die Mitarbeiterin des Instituts für Entwicklungspolitik, kurz DIE, ist sich sicher, dass die benötigte Infrastruktur erst noch geschaffen werden muss, damit wirklich alle Menschen, die einmal in einer solchen Stadt leben werden, versorgt werden können.

Dadurch, dass hohe Investitionen nötig sein werden, werden auch natürlich auch viele neue Arbeitsplätze schaffen. Durch diese neuen Jobangebote, werden wiederum noch mehr Menschen in die Städte gezogen. Doch wer muss die nötigen Investitionen denn überhaupt tätigen? Auf weltweiter Ebene wird darüber nachgedacht, dass die Privatwirtschaft an den aufkommenden Kosten beteiligt werden sollte.

Durch Privatisierung werden Monopole geschafft

Herr Wolfgang Scholz der Fakultät für Raumplanung an der TU Dortmund sagt, dass Kapital vorhanden ist und es darauf wartet, investiert zu werden. Und zwar in Investitionen, die auf lange Sicht rentabel sind. Und die Investition in Infrastruktur erfüllt diesen Anspruch, denn die Menschen sind auf diese schlichtweg angewiesen. Betreiber eines Wassernetzes beispielsweise sind auch nicht dem Risiko ausgesetzt, dass ein Konkurrenzunternehmen auch ein Wassernetz zu betreiben beginnt. Es werden im Ergebnis also neue Monopole geschaffen.

Herr Scholz kennt sich besonders mit der Planung von Städten und der damit zusammenhängenden Infrastruktur in südlichen Ländern aus. Deshalb kennt er auch die Gefahren die sich bei der Privatisierung der Infrastruktur von Städten ergeben können. In den 1990 Jahren wurde der Wassermarkt liberalisiert. Dieser Vorschlag der Weltbank für asiatische und afrikanische Städte hatte das Ergebnis, dass sich die Versorgung verschlechtert hat. Auch in Europa wurden im Rahmen der Industrialisierung eher solche negativen Erfahrungen damit gemacht.

Städte sehen Möglichkeiten für neue Finanzierungen

Viele Städte verfügen nur über sehr geringe bis überhaupt keine Einnahmen durch die Steuer, womit sie die neue Infrastruktur aufbauen könnten. Das liegt daran, dass die Steuereinnahmen durch den Staat kontrolliert werden und nicht über die Städte. Doch auch positive Beispiele gibt es für eine Umverteilung, beispielsweise im Staat Tansania. Dort wurde es so geregelt, dass die Städte Geld bekommen, wenn sie den Nachweis erbringen können, dass sie die Leistungen im Nachhinein auch anbieten können. Die Städte müssen also einen Beweis erbringen. Außerdem gewinnen sie an Kompetenz Know How, wenn diese gut wirtschaften und alles gut managen.

Um den Forderungen nach einer nachhaltig geplanten Entwicklung der Städte nachzukommen, sind hohe Investitionssummen ebenfalls nötig. Diese wurde nämlich in Quito auf der UN Habitat Konferenz im Jahr 2016 fest beschlossen. Mitte Februar 2018 gibt es ein erneutes Treffen von Regierungs- und Städtevertretern gemeinsam mit Wirtschaftsvertretern, Wissenschaftlern und Zivilisten anlässlich des World Urban Forum in Kuala Lumpur. Hier geht es ebenfalls um den Austausch zu einer nachhaltigen Entwicklung der Städte.

Was sind überhaupt nachhaltige Städte?

Unter nachhaltigen Städten werden Städte verstanden, die den ökologischen, ökonomischen und sozialen Dimensionen der Nachhaltigkeit entsprechen. Diese Städte müssen umweltschonend, produktiv und inklusiv sein.

Drei Viertel der weltweit ausgestoßenen Emissionen von Schadstoffen werden durch Städte verursacht. Allerdings erwirtschaften die Menschen in Städten auch rund 80 Prozent des Bruttosozialproduktes weltweit. Im Zuge dessen ist hier auch der Verbrauch an Ressourcen sehr hoch. Um mehr Nachhaltigkeit zu schaffen muss von Städten mehr Technologien eingesetzt werden – besonders bei den Themen Wasser- und Energieversorgung und natürlich der Verkehrsplanung.

Beim Thema Nachhaltigkeit darf sich allerdings nicht nur auf Technologien verlassen werden. Dennoch können innovative Technologien aus dem Kommunikations- und Informationsbereich eine nachhaltige Entwicklung der Städte natürlich begünstigen.

Die Visionen der Zukunft am roten Meer

Beim Thema Hightech müssten die Smart Cities genannt werden, die aktuell auf der ganzen Welt bereits fleißig geplant werden. Der Kronprinz von Saudi Arabien, Mohammed bin Salman, hat im Jahr 2016 schon bekanntgegeben, dass die Staft Neom am roten Meer geplant ist. Dies soll weltweit die modernste Stadt werden. Es sollen in dieser Staft auch individuelle Gesetze und Steuern gelten. Es dürfen sich sogar die Frauen ohne Schleier und ihre männliche Begleitung frei bewegen. Für die schnell wachsende Bevölkerungszahl sollen viele tolle Arbeitsplätze zur Verfügung stehen, welche Facharbeiter, sowohl männlich als auch weiblich, anziehen sollen.

In dieser Zukunftsstadt sollen einfache Arbeiten fast vollständig von Robotern ausgeführt werden. Eine Hauptrolle wird auch die Digitalisierung spielen. Vorbild hierfür ist die Stadt Songdo in Südkorea, in der knapp 100.000 Bewohner leben und wo die Smart City Vision bereits in der Praxis gelebt wird. Hier sind alle tagtäglich 24 Stunden vernetzt und digital unterwegs.

Wir dürfen also in jedem Fall gespannt sein, was die Zukunft noch für uns bereit hält.